Laura von Arabien - Allein unter Männern
WDR "Weltweit"
Ein Film von Frank Sieren
30-Minuten Doku
Erstausstrahlung: Mittwoch, 16.November 2016 22:55 Uhr im WDR

Im Emirat Katar mit seinen 2,5 Millionen Einwohnern, ist sie mit Abstand die bekannteste, aber auch umstrittenste Ausländerin. Sie teilt die große Leidenschaft der katarischen Männer: Laura Wrede jagt mit Falken. In einem absoluten Männersport ist sie die einzige Frau. Eigentlich unmöglich, „aber“, sagt die Münchnerin sehr selbstbewusst, „diese Regel habe ich ein bisschen gewaltig gebrochen.“ Sie wurde auch schon bespuckt, aber das sei selten, versichert sie. Auch der Turban, den sie trägt, ist eigentlich nur für Männer. Aber einem Scheich, der sie deshalb streng zurecht gewiesen hatte, entgegnete sie nur: „Ja, aber jetzt trag halt’ ich das auch.“

Seit fünf Jahren lebt die 30-jährige in Katar und leitet das Büro einer internationalen Marketingagentur. Früh morgens um vier Uhr, lange vor Arbeitsbeginn, trainiert sie ihre beiden Falken Rahmat und Shekat. Auf der Fahrt zur Arbeit schminkt sie sich rasch im Rückspiegel. Auch die Fingernägel lackiert sie gern mal am Lenkrad. Laura ist immer in Bewegung, immer in Aktion. Ihr großes Ziel ist es am Al Galayel, der größten Falkenjagd auf der arabischen Halbinsel teilzunehmen – natürlich als einzige und vor allem als erste Frau überhaupt. Ob ihr das gelingen wird? Ob die Scheichs es ihr erlauben werden? Wird sie beweisen können, dass sie genauso gut jagt wie die Männer? WDR weltweit begleitet „Laura von Arabien“ in einem Land, das unablässig ringt zwischen Tradition und Moderne.

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Meine Mutter, die mandschurische Prinzessin
WDR dok
Ein Film von Frank Sieren, Martin Gronemeyer und Anke Redl
45-Minuten Doku
Erstausstrahlung: Samstag, 31. Mai 2014 0:00 Uhr im WDR

Vor der eigenen Mutter musste er zu Neujahr den rituellen Kotau machen, von der Kinderfrau im großbürgerlichen Kolonialhaushalt lernte er chinesische Geistergeschichten und der HJ-Gruppe seiner Schule konnte er als "Nichtarier" nur als "Gast" angehören: Theodor Heinrichsohn, den alle nur „Teddy“ nennen, ist der älteste noch lebende China-Deutsche. Der Sohn einer mandschurischen Prinzessin und eines deutschen Missionars kommt 1930 in Nordchina zur Welt. Seiner adeligen Mutter bedeutet der Sohn nicht viel. Deshalb, aber auch, um westliche Gepflogenheiten zu lernen, kommt er 1941 ins deutsche Internat nach Shanghai.

Dort erlebte er, wie die Weltpolitik sein persönliches Leben geprägt und beeinflusst hat. Die Nazi-Ideologie des fernen Deutschland erreichte auch Teile der deutschen Gemeinschaft und Teddy verfolgte, wie Shanghai immer stärker in den Sog des Zweiten Weltkriegs geriet. Als Jugendlicher wechselte Teddy auf die Amerikanische Schule; als er 1949 Abitur machte, marschierten die kommunistischen Mao-Truppen als Sieger in die Stadt ein. Weil er keine chinesische Staatsangehörigkeit besaß, wurde er 1955 als "unerwünschter Ausländer" ausgewiesen - ein Jahr nach seinem Vater. Seine Mutter durfte das Land nicht verlassen; Theodor Heinrichsohn hat sie bis zu ihrem Tod nicht wiedergesehen.

Zum letzten Mal reist er 2012 zu einem besonderen Klassentreffen nach Shanghai: Die amerikanische Schule wurde vor hundert Jahren gegründet. Theodor Heinrichsohn, hin und her gerissen zwischen den Kulturen, zeigt uns in diesem Film sein Shanghai.

Der Film kam so gut an, dass er erneut im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt im Herbst 2014 gezeigt wurde.


Ausreise verboten – Eingesperrt in China
WDR „Menschen hautnah“
Ein Film von Frank Sieren
45-Minuten Doku
Erstausstrahlung: Donnerstag, 15.05.2014 22:30 im WDR Fernsehen

Der Fall des jungen Spediteurs Nils Jennrich ging durch die Schlagzeilen. Der Deutsche saß unschuldig in China im Gefängnis. Fast zwei Jahre dauerte sein Kampf um die Freiheit. Frank Sieren hat den jungen Mann und seine Familie in dieser Zeit begleitet.

Nils Jennrich sucht nach seinem Studium die große Herausforderung in der Ferne. In Peking findet der Spediteur einen Job und seine große Liebe. Doch aus dem Abenteuer China wird im März 2012 ein Albtraum. Er wird verhaftet. Ihm wird Kunstschmuggel vorgeworfen. Er soll Preise falsch deklariert und so den Zoll betrogen haben. Für Nils ein vollkommen unverständlicher Vorwurf. Er glaubt, dass ein chinesischer Konkurrent seine Firma aus dem Markt drängen will. 127 Tage, fast vier Monate, wird Nils in Haft bleiben, in einer mit 13 Mann überfüllten Vier-Personen-Zelle, in der niemand englisch spricht, niemals das Licht ausgeht und die er nur zu seltenen Verhören verlassen kann. Seine Familie darf ihn nicht besuchen. Sein Anwalt darf mit ihm nicht über den Fall sprechen. Er wird aber auch nicht angeklagt und kann sich deshalb nicht verteidigen.
Erst nach persönlicher Intervention der damaligen Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger kommt Nils Jennrich im August 2012 frei. Aber es wird noch ein zäher und monatelanger Kampf sein, bis Nils nach abermaligem Druck der Bundesregierung endlich ausreisen darf.

In der 45-minütigen Dokumentation erzählen Nils, seine Familie, Freunde, seine schwangere Verlobte, der deutsche Botschafter und Spitzenpolitiker, wie sie um die Freiheit von Nils gekämpft haben. Nach seinen Beschreibungen wurden Szenen aus der Zelle nachgestellt. Der Fall Jennrich gibt einen einmaligen Einblick in den Zustand des chinesischen Rechtssystems: „Ein Land wie China kann es sich heute nicht mehr leisten, dass so etwas passiert. Das muss sich einfach ändern“, fordert Ai Wei Wei am Ende der Dokumentation.


Tibet – Im Tal der Goldenen Affen
Länder - Menschen - Abenteuer
Ein Film von Frank Sieren
45-Minuten Doku
Erstausstrahlung: Sonntag, 19. Januar 2014 17:15 Uhr im SWR

Ziri und Zhadui leben tief in den Bergen Tibets. Ihre Familien sind einfache Bauern und verdienen ihr Geld mit Walnüssen und was die Natur auf dieser Höhe wachsen lässt. Ihr ganzer Stolz ist ein altes knatterndes Motorrad.

Im benachbarten Tal sprengen die Chinesen schon Autobahnen durch die Felsen. Das stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe, denn Ziri will in seinem Bergdorf bleiben, während sein Kumpel Zhadui schon von der Großstadt träumt.


Grüne Tomaten für Maos Erben – Ein deutscher Öko-Pionier in China
WDR Weltweit
Ein Film von Frank Sieren
30-Minuten Doku
Erstausstrahlung: Dienstag, 2. April 22:00 Uhr im WDR

Biologischer Landbau und artgerechte Tierhaltung - in China? Das Land steht doch für: Pestizide, Plastikspielzeug mit giftigen Zusätzen und einen nicht gerade zimperlichen Umgang mit Tieren. Dass es auch anders geht, weiß der deutsche Bio-Pionier Klaus Griesbach. Anfang der 1970er eröffnete er einen der ersten Bioläden Deutschlands. Heute arbeitet der inzwischen 70jährige als Berater in Chinas schnell wachsender Bio-Branche. Die Vorstellungen des deutschen Alt-Linken und die der neuen chinesischen Kapitalisten prallen ungebremst auf einander.

Für Griesbach ist es ein großes Abenteuer. Weltweit-Autor Frank Sieren begleitet den Deutschen auf Inspektionstour zu einer Bio-Farm in Chinas malerischer Südprovinz Yunnan und zu den Kunden in den Pekinger Läden. Für die ist Jute statt Plastik allerdings kein Thema: Die Louis-Vuitton-Tasche im Arm beladen sie ihre Geländewagen mit Öko-Äpfeln. Die neue Bio-Realität Chinas ist manchmal selbst für Griesbach zu viel: Nie hätte er sich träumen lassen, dass aus der alternativen Müsli-Kultur einmal asiatischer Luxus werden würde. Sein jüngster Arbeitgeber ist sogar an der New Yorker Börse gelistet.

"Grüne Tomaten für Maos Erben" ist ein Roadmovie durch eine boomende Branche zwischen Idealismus und Etikettenschwindel.


Im Steppenwind – Nuomin He, der fliegende mongolische Fotograf
Länder, Menschen, Abenteuer
Ein Film von Frank Sieren
45-Minuten Doku
Produktion: Sino Communications Ltd.
Erstausstrahlung: 19. Februar 2012, SWR

Der Rumpf seines Flugzeuges erinnert an eine Badewanne, die Flügel sind mit Zeltstoff bespannt. Seinen Pilotenhelm schmückt ein roter Stern. Nuomin He ist fliegender Landschaftsfotograf. Mit links steuert er das Ultraleichtflugzeug, mit der anderen Hand bedient er seine Hasselblad Fotokamera. Jahrelang war er ein erfolgreicher Unternehmer, bis er sich eines Tages fragte, „Was will ich wirklich?“ Seine Antwort lautete: Fliegen und Fotografieren. Er begann, seinen Traum zu leben. Inzwischen ist er weltweit der einzige professionelle Luftbild-Fotograf, der für seine Aufnahmen stets selbst am Steuerknüppel sitzt. Jeden Sommer fliegt er über die unendlichen Weiten der Inneren Mongolei in Nordchina. Seine beeindruckenden Fotos zeigen mäandernde Flüsse, hügliges und grün schillerndes Grasland. Für seine Aufnahmen riskiert er gewagte Manöver in tückischen Winden. “Ich sehe gerne den Adlern beim Fliegen zu. Dieses Gefühl des Fliegens wird das Huhn am Boden nie erleben”, sagt der 52-jährige, der selbst ethnischer Mongole ist. Anhand einzigartiger Luftaufnahmen erzählt “Im Steppenwind” seine Geschichte. Die Landschaft der Inneren Mongolei steckt voller Naturwunder, doch sie wandelt sich dramatisch. Bei seinen Zwischenlandungen lernt Nuomin He die Nöte und Hoffnungen seiner Landsleute kennen. Der Wirtschaftsboom hat Schleifspuren in der ehemals unberührten Landschaft hinterlassen. Täglich erleben sie den Widerspruch zwischen mongolischen Traditionen und dem chinesischen Wirtschaftswunder. Auch Nuomin ist Hin und Her gerissen zwischen Hightech und Aberlaube.

He feiert mit den Nomaden und besucht abgelegene Bergdörfer. Er sieht wunderschön mäandiernde Flüsse aber auch austrocknende Seen. Er trifft einen Ringerfreund beim Nadam, dem wichtigsten Fest der Mongolen. Und er besucht die Ruinen der Mongolenhauptstadt Xanadu, der einst größten Stadt der Welt. Aus den grünen Weiten erheben sich plötzlich die quadratischen Befestigungswälle der alten Metropole. Hier fühlt er eine tiefe Verbundenheit zu seinen mongolischen Wurzeln.

Am Dalinuo´er See treten die Veränderungen besonders scharf hervor. Der ehemals riesige See schrumpft jedes Jahr. Zurück bleibt der nackte Seegrund, eine Wüstenfläche, von der bei windigem Wetter Sandstürme aufsteigen. Nuomin He fliegt mit seinem kleinen Flugzeug so hoch er kann. Um den Rückgang des Wassers zu dokumentieren, möchte er eine Aufnahme eines nahegelegenen Berges machen, der früher als Insel vom Wasser des Sees umspült wurde. Erst aus dieser Perspektive wird deutlich, wie weit sich das Wasser schon entfernt hat. Doch immer wieder macht ihm das tückische Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nuomin ist ein besonderer Umweltschützer. Er zeigt den Menschen auf dem Boden die unendliche Schönheit ihrer Landschaft.

Dann wieder fliegt He über die unendlichen Weiten des Graslands. Hier, fernab der Zivilisation, trifft er nur selten auf Menschen. Die Kinder winken, als er tief über eine Ansammlung von Jurten fliegt. Der unwahrscheinliche Flieger ist eine willkommene Abwechslung im eintönigen Alltag der Kashmirziegen-Nomanden. Wenn das Wetter ihn zur Landung zwingt, übernachtet er in ihren Jurten, bis er wieder starten kann. Zu seinen Ehren schlachten sie einen Hammel, den sie auf traditionelle Weise zubereiten. Nuomin He ist in der Stadt aufgewachsen. Das Leben an der Seite der Nomaden ist auch für ihn eine besondere Erfahrung. Beim gemeinsamen Abendessen bei Hirseschnaps und Kerzenlicht lernt er, wie die Nomaden in den Steppen Nordchinas heute noch ihre traditionellen Bräuche pflegen und wie sie versuchen, Altes und Neues unter einen Hut zu bringen. Gemeinsam mit einem mongolischen Ringkämpfer besucht Nuomin He ein Nadam, das wichtigste Fest im mongolischen Kalender. Vor allem die Ringkämpfe auf dem Fest ziehen die Menschen in ihren Bann.

Vor dem Flug über die Ruinen der alten mongolischen Hauptstadt Xanadu ist Nuomin He aufgeregt. Der Anblick ist majestätisch. Sogar Marco Polo besuchte Xanadu angeblich im Jahr 1275 und war überwältigt. Damals waren die Mongolen Herren über ganz China, und ihre Reiterheere waren bis kurz vor Wien vorgedrungen. Doch dann wurde die Stadt von den Armeen der aufsteigenden Ming-Kaiser dem Erdboden gleich gemacht. Nur aus der Luft erkennt man unter dem dichten Grasbewuchs noch die Grundmauern der Gebäude. Für Nuomin He ein heiliger Ort. Doch als er über die Mittelachse der alten Stadt fliegt, geschieht etwas Merkwürdiges. Der Auslöser seiner Hasselblad versagt, er kann keine Fotos schießen. Er dreht ab. Erst in respektvollem Abstand funktioniert die Kamera plötzlich wieder. Für den Piloten ein Zeichen der Geister seiner mongolischen Vorfahren. Er beschließt zu landen und den geheimnisvollen Ort zu Fuß zu erkunden. Blitze durchzucken den grauverhangenen Himmel, als Nuomin He die Ruinenstadt erreicht. An den Fundamenten der Stadt betet er zu den mongolischen Kahnen.

In den Szenarien der Pekinger Planer ist die Innere Mongolei vor allem wegen ihrer gigantischen Energie-Reserven entscheidend. Die Provinz hat nicht nur Kohle, sondern auch Wind. Immer mehr Windparks werden gebaut. Wenn die Winde über die Steppe fegen, dann sollen sie in Zukunft auch das chinesische Wirtschaftswunder antreiben. In Chifeng steht schon heute eine der größten Windfarmen der Welt. Auch hier gelingen Nuomin He spektakuläre Luftaufnahmen. Erst aus der Luft erschließt sich das Ausmaß der Anlage.

Ganz selten nur werden einem westlichen Kamerateam Luftaufnahmen in China erlaubt. Frank Sieren, Dokumentarfilmer und Bestellerautor („Angst vor China“) und laut London Times einer der führenden deutschen Chinakenner, hat nach langen Vorbereitungen die Erlaubnis zu den einzigartigen Aufnahmen bekommen.


Nähen bis zum Umfallen? - Mit deutschen Prüfern in Asien unterwegs
Ein Film von Frank Sieren
45-Minuten Doku
Produktion: Sino Communications Ltd.
Erstaufführung: 8. Dezember 2010, im ZDF

Auf Druck von Medien und Nichtregierungsorganisationen haben Anbieter wie die Otto Group, das größte Versandhaus Europas und C&A, einer der größten Einzelhändler Europas, inzwischen Kontrollsysteme entwickelt, um die Ausbeutung der Arbeiter in asiatischen Fabriken zu verringern. Ist die Arbeit der Prüfer nur Unternehmens-PR oder verbessern sie die Lage der Näherinnen und Weber tatsächlich?

Der Asienspezialist und Bestsellerautor („Der China Schock“) Frank Sieren hat knapp 20 Fabriken in China, Bangladesh und Indien besucht. Noch nie hat ein Fernsehjournalist so tiefen und ungehinderten Einblick in das asiatische Fabrikuniversum bekommen. Hier nähen Tausende von Arbeitern in endlosen Reihen unsere Hemden, Hosen und Jacken – zum Teil im Akkord.

Der Autor fuhr dafür durch den chaotischen Verkehr der asiatischen Fabrik-Städte, durch schlammige Seitenstraßen und vermüllte Hinterhöfe, auf der Suche nach dem Eingang der Fabriken. Dabei hat er schockierende, aber auch hoffnungsvoll stimmende Bilder eingefangen. Sieren zeigt den Zwiespalt der Prüfer zwischen Kommerz und sozialen Mindeststandards, zwischen lokalen Umständen und deutschen Maßstäben. „Wir haben viel erreicht, aber das Problem ist: Wir können nicht überall gleichzeitig sein“, sagt Maren Böhm, die bei Otto für die Sozialstandards zuständig ist.

Sieren zeigt aber auch, welche Folgen der Wunsch der Kunden nach möglichst billigen Produkten hat. Manchmal können die unter großem Druck stehenden Prüfer ihre Emotionen nicht mehr zügeln. Sie werden wütend oder brechen sogar in Tränen aus. Auch dann ist Sieren mit der Kamera ganz nah dran. Der Autor fragt nach der Moral der Fabrikbesitzer, wählt für die Prüfer völlig überraschend Arbeiterinnen aus und begleitet sie nach Hause, um etwas über ihre alltägliche Lebenssituation zu erfahren. Er spricht mit Arbeiterdissidenten und Gewerkschaften. „Die westlichen Firmen müssen enger zusammenarbeiten und gemeinsame Standards entwickeln“, fordert der bengalische Gewerkschaftschef Roy Ramesh Chandra, „Und die müssen sich für die Streikrechte der Arbeiter einsetzen.“

Der Autor begleitet auch den längjährigen Vorstandsvorsitzenden und jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Otto Group Michael Otto in Bangladesh und fragt ihn nach seiner moralischen Verantwortung. An die Film sieht man wie spannend, kurzweilig und inverstigativ es sein kann, die Welt einfach so zu zeigen wie sie ist. Eine Welt in der sich Gut und Böse nicht so einfach trennen lassen." Sieren liefert ein einzigartiges Dokument der Widersprüche der modernen Globalisierung.

Rezensionen

„In der spannenden Reportage dokumentiert Sieren den Zwiespalt der Kontrolleure zwischen Kommerz und sozialen Mindestanforderungen, lokalen Umständen und deutschen Maßstäben. Der Autor versucht mit seiner bewegenden Reportage, Textilarbeiter in Asien und Konsumenten in Europa näher zusammenzubringen.“
Katholische Nachrichten-Agentur


Chinesen im Porsche-Fieber - Eine Schwarzwald-Reise mit Aufsteigern
Ein Film von Frank Sieren
30-Minuten Doku
Produktion: Sino Communications Ltd.
Erstaufführung: 7. Oktober 2009, ARD

Ein knappes Dutzend chinesischer Porschebesitzer reist zum ersten Mal nach Deutschland – zum Porsche fahren. Für Tausende Euro pro Person geht es im Konvoi durch den Schwarzwald, die Schweizer Alpen über Italien nach München. Sie übernachten in den besten Hotels, die Europa zu bieten hat. Die meist jungen chinesischen Neureichen rauschen zum ersten Mal über deutsche Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung und kurven mit dröhnenden Motoren über die lauschigen Bergstraßen des Schwarzwaldes.

Für sie ist Deutschland eine Art Freizeitpark: „Alles ist schön“, sagt Wenwen Dong, die Anfang zwanzig ist und zu Hause in Peking nicht nur zwei Porsches, sondern auch einen roten Ferrari besitzt. „Du fährst mit den besten Autos der Welt durch eine wunderschöne wie gemalte Landschaft, was will man mehr.“ Leben will sie in Deutschland allerdings nicht. Es ist ihr: „Zu ruhig“. Ihren Mitstudenten hat sie lieber nicht erzählt, dass sie nach Europa gereist ist, um Luxusautos zu fahren. „Ich möchte sie nicht neidisch machen“.

Die Aufsteiger lassen es sich gut gehen, mitten in der weltweiten Krise, die selbst Porsche mit aller Wucht erfasst hat. Sie nehmen es gelassen: „Die Finanzkrise hat der Industrie geschadet, aber einer Nation mit Kultur schadet sie kaum“, sagt der Mitte dreißigjährige Shi Lei, ein Autohändler aus der fünf Millionen Stadt Kunming, die tief im Südwesten des Landes auf einem 2000 Meter hohen Plateau liegt. „Es ist erstaunlich, wie gelassen das deutsche Volk lebt.“

Wir begleiten die chinesischen Reichen zurück nach Hause und schauen uns bei ihnen um: Wie haben sie es nach oben geschafft im bevölkerungsreichsten Land der Welt, das trotz der Krise wie kein Zweites boomt. Und auf wessen Kosten?


Pekingoper auf dem Perserteppich - Eine Familie im Kampf der Kulturen
Ein Film von Frank Sieren
45-Minuten Doku
Produktion: Sino Communications Ltd.
Erstaufführung: 8. März 2008, South by Southwest Film Festival, Texas, USA
Fernseh-Erstaufführung: 5. Februar 2009, ZDF

Schon seit Jahren machen die atheistischen Chinesen und religiösen Iraner Milliardengeschäfte. Je mehr die USA den Druck erhöhen, desto mehr rücken Chinesen und Iraner politisch zusammen. Nun sollen sich endlich auch die Menschen kennen lernen. Auf Einladung der iranischen Regierung reisen knapp 20 Pekingoperndarsteller in den Iran. Noch nie zuvor wurde die Pekingoper im Iran aufgeführt. Nun treffen Mullahs und Kungfu-Tänzer erstmals aufeinander: Pekingoper auf dem Perserteppich. Wissen die Mullahs, auf was sie sich einlassen? Wie reagiert die strenge iranische Zensur auf die Stücke? Wie kommen die Iraner und Chinesen klar?

Ghaffar Pourazar steht zwischen diesen beiden Welten. Der Exiliraner lebt seit 15 Jahren in China und ist der einzige westliche Ausländer mit einer vollständigen Pekingopernausbildung. Ghaffar ist ein Bastard der Globalisierung geworden. Er wurde im Iran groß, ging in Cambridge zur Schule, war Computeranimateur in London und lebt seit 12 Jahren in China. Er hat einen britischen Pass. Seine Eltern sind Amerikaner. Seine Familie lebt in Teheran, Los Angeles und Deutschland. Seine Freundin, ebenfalls eine Pekingoperndarstellerin, ist Japanerin. Und das alles nur, weil die Regierungen der USA und der Iran seit Jahren Feinde sind. China und Iran hingegen die beiden über 2000 Jahre alten Nationen teilen den Stolz auf ihr Land und über Jahrhunderte hinweg dieselben Feinde. Erst wurden beide von den Mongolen überfallen, dann vor 200 Jahren in der Kolonialzeit kamen für bei die Russen im Norden und die Briten im Süden. Heute stehen sie Schulter an Schulter gegen den Westen.

Nach 15 Jahren sieht Ghaffar nun seine iranische Familie wieder. Mit 20 Chinesen im Schlepptau. Seine 28jährige Cousine Haleh hat den Iran noch nie verlassen. Visa in den Westen werden für Iraner kaum vergeben. Sie gelten als potentielle Terroristen und Asylbewerber. Haleh ist eine Gefangene der Weltpolitik. Das wird ihr angesichts der munteren Chinesen Truppe schmerzlich klar. Die kommen auch aus einer Diktatur, aber aus einer weltoffeneren. Die Anwältin für Frauenrecht träumt nun mehr denn je davon, einmal im Minirock und ohne Kopftuch durch die Straße zu laufen. Ghaffar und die Pekingoperntruppe bringen ihre Welt durcheinander. Ein Visum nach China zu bekommen ist hingegen einfach. Wird nun China statt des abweisenden Westens eine Option für Ihre Zukunft? Werden Chinesen und Iraner Freunde fürs Leben? Oder bilden Sie doch nur Zweckbündnisse gehen den Westen?

Film-Trailer zum herunterladen (Englisch, 2:41 Minuten)


Und ewig lockt das Öl - Chinas Griff nach Afrika
Ein Film von Frank Sieren (mit Winfried Schnurbus)
45-Minuten Doku
Erstaufführung: 6. Juni 2007, ZDF

Nahezu unbemerkt von der Weltöffentlichkeit hat ein globaler Wettlauf um die Märkte und Ressourcen Afrikas begonnen. Während die G8-Staaten um Konzepte zur nachhaltigen Entwicklung des Schwarzen Kontinents ringen, verdrängt China mit Milliardeninvestitionen und konkurrenzlos billigen Krediten die alten Kolonialmächte aus Afrika. Mit offensiver Entwicklungshilfe, geschickter politischer Taktik und strategischer Partnerschaft sichert sich das Reich der Mitte die Gunst der armen Länder, erschließt sich Rohstoffquellen, Zukunftsmärkte und Einfluss. "Nun haben wir die Wahl zwischen Asien und dem Westen", sagt einer der einflussreichsten Politiker Afrikas, Olusegun Obansanjo, seit 1999 demokratisch gewählter Präsident Nigerias, dem bevölkerungs- und ölreichsten Land des Kontinents.

"Das ist unsere historische Chance." EU-Politiker befürchten, dass moralische Standards und demokratische Errungenschaften durch die Angebote der Chinesen unterlaufen werden könnten. "Das beste Angebot anzunehmen, ist höchst moralisch für die Zukunft unseres Kontinents", erwidert Obasanjo. Der Westen ist konsterniert. Wie soll man reagieren? Diese Frage gehört zu den zentralen Themen des G8-Gipfels in Heiligendamm. Nicht nur der Zugang zu knappen Ressourcen geht dem Westen verloren. Deutsche Bauunternehmer zum Beispiel spüren den neuen Wettbewerb täglich: Jahrzehntelang waren sie eine feste Größe auf dem Kontinent, nun müssen sie gegen Chinesen bieten, gegen deren staatlich subventionierte Angebote sie nicht ankommen. Die Chinesen bauen Straßen, Eisenbahnnetze und ganze Städte. Schnell und unbürokratisch stellen sie Geld zur Verfügung und bringen die Facharbeiter gleich mit. 8 Milliarden US-Dollar wird Peking allein in das Schienennetz Nigerias investieren.

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Al Jazeera, 8. November 2009: Interview mit Frank Sieren zu China in Afrika (Video)